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Bei uns ist immer was los: Freiwillige Feuerwehr Sachsenheim

Konzertabend am 22. Oktober 2022

Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger,

die Frage, ob sich Deine Feuerwehr zukunftsgerecht ausrichtet oder diese Chance verpasst, beschäftigt aktuell viele von uns. Ohne Debatte wirft das Projekt –Feuerwehrhaus Kirbachtal- und die damit zusammenhängende Fusion der drei Abteilungen Spielberg, Hohenhaslach und Ochsenbach Fragen auf, die ich gerne beantworte.

Um zu verstehen, warum wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben, gilt es mehrere Dinge zu beachten:
Bereits vor Jahren erkannte man die Notwendigkeit zu handeln, um Dir als Bürger den bestmöglichen Schutz zukommen zu lassen. Die logische Schlussfolgerung daraus war, dass sich die drei Abteilungen in sehr vielen, zeitintensiven Gesprächen an die Lösung der wachsenden Probleme machten. Der Einsatzerfolg hängt unmittelbar von folgenden Faktoren ab, welche alle erfüllt sein müssen:

  • Eintreffzeit (Hilfsfrist)
  • Einsatzkräfte
  • Einsatzmittel

Alle drei Bemessungswerte müssen gleichzeitig erfüllt sein, um dem Begriff „leistungsfähig“ gerecht zu werden. Die Parameter, an welchen sich die Bedarfsplanung der Feuerwehr orientiert, sind die Ergebnisse aus der Zusammenarbeit folgender Arbeitsgruppen bzw. Institutionen:

  1. „Hinweise zur Leistungsfähigkeit einer Gemeindefeuerwehr“ des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium
  2. Qualitätskriterien für die Bedarfsplanung von Feuerwehren; Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren AGBF-Bund
  3. „Feuerwehrsystem – ORBIT“ Entwicklung eines Systems zur optimierten Rettung, Brandbekämpfung mit integrierter Technischer Hilfeleistung im Auftrag des Bundesministers für Forschung und Technologie
  4. Ausarbeitungen des hessischen Rechnungshofes im Hinblick auf vergleichende Prüfung der Feuerwehrfahrzeuge und Geräte

In diese Ausarbeitung wurden die zuständigen Gremien des Städte-, Gemeinde- und Landkreistages miteinbezogen.

Ein Feuerwehrbedarfsplan ist das Mittel der Wahl, zur Festlegung von Größe und Ausstattung der Feuerwehr einer Gemeinde.

Die Planung für Sachsenheim und die daraus resultierende Erstellung und Ergänzung des Bedarfsplanes wurde durch folgende Sachverständige durchgeführt und begleitet:

  • 2015 Büro Luelf & Rinke Sicherheitsberatung GmbH
  • 2016-2018 Feuerwehrtechnischer Angestellter der Stadt Sachsenheim (Brandoberamtsrat a.D.)
  • 2018-heute Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Sachsenheim (Brandamtmann)
  • 2018/2019 Feuerwehrbedarfsplan. Die Anfertigung erfolgte durch Herrn Dr. Demke.
  • 2019 Ergänzung zum Feuerwehrbedarfsplan aus 2018

Herr Dr. Demke leitet aktuell die staatliche Feuerwehrschule in Würzburg. Weiter ist er Mitglied von Feuerwehrarbeitskreisen und–verbänden auf nationaler Ebene. Die Grundlagen der Feuerwehrbedarfsplanung wurden maßgeblich durch ihn mitgestaltet. Aufgrund der weitreichenden Erfahrungen in diesem Bereich ist er federführend an der Einführung der Feuerwehrbedarfsplanung in Bayern beteiligt.
Die beste Planung und Ausstattung funktioniert nicht in der Praxis, wenn der Faktor Mensch außer Acht gelassen wird. Aus diesem Grund war es wichtig, bei der Erstellung unseres Feuerwehrbedarfsplanes die Angehörigen der Feuerwehr mit einzubeziehen und die örtlichen Strukturen zu beachten. Dieser Plan ist dennoch kein Werk, was ausschließlich die Sicht der Feuerwehr widerspiegelt. Es gab auch Punkte, die innerhalb der Feuerwehr auf wenig Resonanz gestoßen sind.
Der Bedarfsplan wurde nach der Fertigstellung im Rahmen einer öffentlichen Sitzung von Herrn Dr. Demke im Gemeinderat vorgestellt. Außerdem wurde er an die Kreisbrandmeisterstelle Ludwigsburg zur Vorlage weitergereicht, um sicherzustellen, dass die Transparenz gewährleistet ist und um der Behörde die Möglichkeit zu geben, ihrer Kontrollfunktion nachzukommen.

Für Sachsenheim lässt sich sagen, dass die Bereitschaft zu der Fusion aus den Reihen derjenigen kam, die es in erster Linie betrifft. Die ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Sachsenheim, welche unser aller Schutz sicherstellen, waren bereit dazu Tradition und Geschichte aufzugeben.
Nachdem die betroffenen Abteilungen ihre Bereitschaft signalisiert hatten, wurde ermittelt, welche Aufgaben von diesem Standort aus zu bewältigen sind. Diese Frage muss geklärt sein, um die Größe des Feuerwehrhauses festlegen zu können. Häuser der Feuerwehren unterliegen einer Normvorgabe, welche sich maßgeblich an der Anzahl der Feuerwehrangehörigen und Anzahl der Fahrzeuge orientiert.
Schon im Feuerwehrbedarfsplan 2015 wurden Fahrzeuge benannt, welche die Feuerwehr Sachsenheim nicht vorhält, die Größe und vor allem aber das Risikopotential der Stadt Sachsenheim diese aber notwendig macht. Hier ist das Tanklöschfahrzeug (TLF) aufgeführt, welches große Mengen Wasser an die Einsatzstelle bringt. Dieses Fahrzeug ist vor allem bei Flächenbränden, Waldbränden und aber auch bei Bränden in Industrieanlagen dringend erforderlich. Die Notwendigkeit auf Grund der klimatischen Entwicklung und deren Folgen in Zusammenhang mit Dürre und Trockenheit lässt sich am Anstieg solcher Einsätze klar aufzeigen. Hinzu kommt, dass wir in Sachsenheim aufgrund der Distanz im Stadtgebiet lange Anfahrtszeiten mit einkalkulieren müssen.
Die Abteilung „Logistik“ welche Einsatzmittel an die Einsatzstelle transportiert wurde und wird kontinuierlich ausgebaut. Wir müssen auf technische Entwicklungen und Erkenntnisse z.B. im Bereich Arbeitsschutz/Arbeitssicherheit reagieren. Ich möchte ein Beispiel geben: Einsatzstellenhygiene. Es war früher selbstverständlich, dass man nach einem Einsatz mit verschmutzter Einsatzkleidung in das Feuerwehrhaus zurückgefahren ist, dort die Kontamination weiter verschleppt hat und sich keine Gedanken über die Folgen gemacht hat. Experten haben in der Vergangenheit gute Wege aufgezeigt, wie man durch vernünftige Konzepte das Thema Einsatzstellenhygiene optimieren und die Belastung durch krebserregende Stoffe deutlich minimieren kann. Hierfür bedarf es Personal, Einsatzmittel und Fahrzeuge, die vorgehalten werden müssen.
Wie bereits erwähnt ist der Punkt „Wasserförderung lange Wegstrecke“ für uns von hoher Bedeutung. Ich führe diese auf, weil dieser Punkt uns gerade im Bereich Kirbachtal mit seiner Ausdehnung immer wieder treffen wird. Die Feuerwehr steht bei einem Flächenbrand zwischen den Ortsteilen vor der Situation möglichst schnell Löschmittel in Form von Wasser an die Einsatzstelle zu transportieren. Hierbei sind Entfernungen von bis zu 2 Kilometer nicht unrealistisch. Der Schutz der Objekte im Außenbereich (z. B. landwirtschaftliche Anwesen) muss in der Zukunft eine höhere Bedeutung erfahren. Es ist wichtig zu erwähnen, dass uns diese Aufgabe (Wassertransport) auch bei Schadenfeuer in bebauten Ortsteilen vor Probleme stellen kann. Hier ist dann das abteilungsübergreifende Arbeiten von hoher Bedeutung. Allein für diese Aufgabe muss man mit dem Personalbedarf eines „Löschzuges“, das entspricht 21 Feuerwehrangehörigen rechnen. Die Einheiten, welche aber evtl. eine Menschenrettung und die Brandbekämpfung am betroffenen Objekt durchführen sind hierbei noch nicht miteingerechnet. Der nächste wichtige Punkt ist, dass es auf einem Feuerwehrfahrzeug verschieden Funktionen gibt. Angefangen vom Fahrer, dem Einheitsführer bis zur Mannschaft. Das ist ein wichtiger Punkt, den wir ebenfalls mit der Zusammenlegung aktiv entgegenwirken, denn durch mehr Einsatzkräfte an einem Standort wird gewährleistet, dass nicht nur genug Personal anwesend, sondern auch alle Positionen qualifiziert besetzt werden können.
Sieh den Notfall in einem Ortsteil nicht aus dem Blickwinkel, dass lediglich die in diesem Ortsteil stationierte Abteilung alarmiert wird. Die Zusammenführung -zu Beginn des Einsatzes- im Feuerwehrhaus mit den taktisch notwendigen Funktionsträgern ermöglicht, vor allem zu den kritischen Zeiten -werktags zwischen 07:00-17:00 Uhr-, ein schnelles, strukturiertes Agieren an der Einsatzstelle, was letztendlich dem Betroffenen zu Gute kommt.

Die Auswahl von geeigneten Standorten für die Lage eines Feuerwehrhauses hängt maßgeblich von dem Gebiet ab, welches durch die betroffene Einheit innerhalb der Hilfsfrist abgedeckt wird. Entgegen den Bedenken und Äußerungen in der Presse ist es natürlich unser Ziel und unsere Pflicht, die Hilfsfrist für alle Bereiche des betroffenen Gebietes zu gewährleisten. Aus diesem Grund unterliegen wir einem eingeschränkten Radius. Bei der Überprüfung von Eintreffzeiten anhand der Einsätze aus den Jahren 2018-2020 kam man zu dem Ergebnis, dass die Hilfsfristen auch von den Standorten gegenüber des Geflügelhofes und Hof-Schülke eingehalten werden.
Parameter wie Verkehrsanbindung und die freie Sicht in den Verkehrsraum sind für uns sehr wichtige Punkte. Unter Berücksichtigung der genannten Punkte wurden die Standorte gewählt, welche dann den natur- und artenschutzrechtlichen Voruntersuchung unterzogen wurden.
Im Rahmen des laufenden Verfahren wurden die Standorte durch ein Institut für Botanik und Landschaftskunde untersucht. Bei dieser Untersuchung wurden z. B. im Bereich der Standortvariante „Nähe Spielberg“ Pflanzen und Tiere vorgefunden, deren Fortbestand wichtig für uns alle ist.

Die Arbeitsgrundlage der Standortuntersuchungen erfolgt aus über 20 Ausarbeitungen. Hier nur ein kurzer Auszug:

  • Gebietsheimische Gehölze in Baden-Württemberg
  • Arbeitshilfe Vögel und Straßenverkehr
  • Atlas Deutscher Brutvogelarten
  • Leitfaden zur Berücksichtigung klimatischer Ausgleichsfunktionen in der räumlichen Planung
  • Geologische Karte Baden-Württemberg
  • RP Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau
  • Arten Biotope, Landschaft-Schlüssel zum Erfassen, Bewerten, Beschreiben
  • Synthetische Wind- und Ausbreitungsstatistiken
  • Bewertung von Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit
  • Verordnung über die Anerkennung und Anrechnung durchgeführter Ausgleichsmaßnahmen
  • Regionalplan Verband Region Stuttgart
  • Vogelfreundliches Bauen
  • Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel
  • ….
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Unter p.rousta@sachsenheim.de beantworte ich jede Frage rund um das Thema -Freiwillige Feuerwehr Sachsenheim-. Du erreichst mich außerdem unter 07147/28320. Sollte der Dienst ein Telefonat nicht zulassen, rufe ich zurück.
Ich freue mich auf interessante Gespräche, vielleicht entdeckst Du noch mehr Interesse an deiner Feuerwehr und bist bald Teil des Teams?

Es grüßt herzlich

Philipp Rousta

Kommandant

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